Grußwort Fastenzeit 2022

Der Hl. Josef – Bräutigam der Gottesmutter Maria

und Doktor des Schweigens

&

Das Missverständnis mit der Sterbestunde

Liebe Schwestern und Brüder!

Am 19. März begehen wir, schon mitten in der Fastenzeit, das Hochfest vom Heiligen Josef. Er wird nur von den Evangelisten Matthäus und Lukas erwähnt. Nach ihnen war er davidischer Abstammung, was das Bindeglied zwischen davidischem Königshaus und dem Messias ist. Die Hauptstationen seines Lebens sind uns allen wohl bekannt. Als Pflege- und Nährvater Jesus Christi und als liebevoller Gatte der Jungfrau Maria hat er sich vor allem als „Mann der Tat“ verdient gemacht. Kein einziges Wort ist von ihm überliefert. Er gehorchte und schwieg. Doktor des Schweigens nennt ihn die Tradition deshalb. Pius IX. erklärte ihn zum Schutzpatron der ganzen Kirche („du ihr großer Schutzpatron“).

Traditionell wird er bei verschiedenen Anliegen als Fürsprecher angerufen. Die bekannteste ist die Intention „um eine gute Sterbestunde“. In unserer Zeit wird das jedoch oft missverstanden. Viele Gläubige denken heutzutage an einen plötzlichen Herztod, einen tödlichen Schlag, einen Sekundentod oder aber ein sanftes Hinübergleiten und Hinüberdämmern in die andere Welt. Dafür ist der Hl. Josef aber nicht zuständig. Wenn die Kirche von einer guten Sterbestunde spricht, dann spricht sie nicht unbedingt von einem sanft-schmerzlosen Ereignis und von einem unmerklichen Übergang. Die Kirche versteht unter einer guten Sterbestunde: Vorbereitet sein durch die Sakramente der Buße, der Krankensalbung, und der Eucharistie. Versehen zu sein mit dem Apostolischen Segen (Sterbeablass). Sprich: Einen Versehgang durch einen Priester gehabt zu haben. Das ist eine gute Sterbestunde! Für die, dass die zustande kommt, dafür ist der Hl. Josef zuständig. Das Gegenteil ist ein „unversehner“ Tod, ein unvorbereitetes Hineinschlittern in die wichtigste Stunde unseres Lebens. Nein, da sollten wir entsprechend präpariert sein. Der Hl. Josef wird helfen, dass wir auch den letzten Augenblick nutzen können. Denn es gibt ein Zauberwort, dass dann die ewige Heimat öffnet:

„Jesus, Dir leb ich, Jesus Dir sterb` ich, Jesus Dein bin ich im Leben und im Tod!“

Die Anrufung des Namens Jesu in der Todesstunde ist – nach dem fruchtbaren Empfang der Sakramente – die Sternstunde im Leben eines Katholiken.

Dafür ist der Hl. Josef zuständig. Dass uns das gelingt, dafür sollen wir ihn um seine Fürsprache bitten. Und ich bin mir sicher, dass der Doktor des Schweigens schweigend helfen wird.

Immer Ihr Kooperator

Pfr. Peter Schwan