Grußwort zu Fronleichnam

Liebe Gemeinde,

an Fronleichnam bedenken wir besonders feierlich die wahrhafte Gegenwart Jesu im Sakrament, das die bedingungslose Liebe Gottes in Worte und Zeichen fasst. Unsere Augen sehen in der Monstranz Brot, doch der Glaube erkennt Christus, der gestorben und auferstanden ist, damit wir eine Zukunft in der Ewigkeit haben. Dieses Ziel vor Augen gehen wir durch die Tage dieser Welt. Wer aber ein Ziel vor Augen hat, hat die Kraft auch bei einer Durststrecke weiterzugehen, so wie einst das Volk Israel in der Wüste allen Widrigkeiten zum Trotz weiterzog, um das Gelobte Land zu erreichen. Wer ein Ziel vor Augen hat, geht auch niemals seinen Weg allein. Er weiß Menschen an seiner Seite, die mit ihm unterwegs sind, Menschen, die immer wieder Mut machen und Halt geben, wenn das Weitergehen schwerfällt. Menschen, die auch immer wieder auf das Ziel des Weges weisen, auch wenn der eine oder die andere es selber nicht mehr richtig auszuloten vermag.

Fronleichnam will mit der sich an die heilige Messe anschließenden Prozession noch einmal besonders deutlich machen, dass wir Christen gemeinsam unterwegs sind und der Herr alle Wege mit uns geht. Wir sehen wie Christus verborgen in der Gestalt des Brotes mit uns durch unsere Straßen zieht. Nie wird es deutlicher als bei der Fronleichnamsprozession: Er ist mit uns auf dem Weg, er segnet uns, er führt uns in eine neue Zukunft, das himmlische Jerusalem, dessen Abbild die Kirche hier auf Erden ist, wo uns jetzt schon Jesus selbst den Tisch Gottes deckt, an dem alle Platz haben sollen. Er selbst ist das gebrochene Brot, der Leib, der für euch und für alle hingegeben wird, und damit uns ewiges Leben schenkt.

Herzlich lade ich Sie zur Feier dieses besonderen Tages ein und grüße Sie!

Ihr Pastor Dr. Hanno Schmitt