Grußwort zum September 2022

Liebe Gemeinde,

viele sind nun bereits wieder aus dem Urlaub zurückgekehrt und stehen noch unter dem Eindruck des Erlebten. Manch einer, der im Ausland war, mag vielleicht mit etwas Neid auf die dortige Schönheit der Natur, das bessere Wetter und die faszinierende Kultur blicken und daran mäkeln, was hierzulande alles schlecht ist. Dennoch lebe ich gerne in Deutschland, wenn auch oft nicht immer alles so funktioniert, wie ich es mir wünsche. Nicht selten ärgere ich mich über Staus auf den Straßen, Verspätungen bei der Bahn und die nicht beigehenden Handwerker. Ich wundere mich im Vergleich zu anderen Ländern über langsames Internet, Funklöcher beim Handy und groß angekündigte und dann doch von der Politik verschleppte Projekte. Dennoch: Unser Land ist schön. Ich bin sehr dankbar hier leben zu dürfen. Wenn auch oft über die Politik geschimpft wird, unterlässt sie doch bei uns keine Anstrengung, den Frieden zu suchen und zu sichern. Vom Wohlstand ganz zu schweigen, um dessen Erhaltung sie stets bemüht ist. Auch kann bei uns jeder einen Arzt besuchen und denen es schlecht geht, wird meist geholfen. Wenn auch im vergangenen Jahr die Regenflut im Ahrtal und anderen Teilen der Republik uns unsere Grenzen aufgezeigt hat, bleiben wir bis dato von Erdbeben und Hurrikans verschont.

Ich empfinde es als ein Geschenk, in Deutschland leben zu können. Und auch hier ein großes Maß an Sicherheit zu haben. Viele Menschen vor mir haben an der Wohlfahrt unseres Staates hart gearbeitet. Deshalb bin ich der Überzeugung, dass es ein Geschenk ist, Bürger*in dieses Landes zu sein. Manches ist hier nicht perfekt, das ist keine Frage; aber vieles ist beim genaueren Betrachten doch ein Glück.

Wo Glück ist, ist auch Gnade. Niemand kann sich sein Geburtsland aussuchen. Aber jede und jeder sollte dankbar sein, in einem Land des Friedens und des Rechts zu leben und dies auch erhalten zu wollen und vielleicht auch einmal dem danke zu sagen, der uns, warum auch immer hier die Gnade der Geburt geschenkt hat. Er, wie es in einem Lied im Gotteslob Nr. 405 heißt, „der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut bis hierher hat getan“.

Herzliche Grüße

Ihr Pastor